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Wir empfehlen die ersten beiden Filme von Regisseur Sean Baker
STARLET: Jane ist ein angehendes Pornostarlet im kalifornischen San Vernando Valley. Sie verbringt ihre Zeit vor allem damit, high zu werden, während sie sich um ihren Chihuahua Starlet kümmert. Die 85-jährige Sadie verbringt ihre Tage allein, außer dass sie manchmal Bingo spielt. Ihre Welten kollidieren, als Jane Sadie auf einem Flohmarkt eine Thermoskanne abkauft, in der sie 10.000 Dollar entdeckt. Was nun? Das Geld zurückgeben oder behalten? Verunsichert lauert sie der alten Dame auf, doch die eigenbrötlerische Sadie wehrt jede Kontaktaufnahme ab. Erst als sich Jane unentbehrlich macht und sogar bei Sadies geliebten Bingo-Abenden auftaucht, fasst diese allmählich Vertrauen zu der chronisch gutgelaunten jungen Frau - langsam nähern sich die beiden einander an. TANGERINE L.A.: Weihnachten auf dem Straßenstrich in Los Angeles. Die stürmische Transe Sin-Dee Rella kommt gerade aus dem Knast, da steckt ihr Alexandra, dass ihr Freund und Zuhälter Chester sie mit einer echten Frau betrogen haben soll. Sin-Dee tickt aus und will Chester zur Rede stellen – mit Beweisstück im Schlepptau. Zusammen mit ihrer besten Freundin jagt sie durch die Straßen von Hollywood, um die beiden Missetäter in der abenteuerlichen Transgender-Szene zu finden...

"Das jüngste Beispiel einer interessanten Entwicklung im aktuellen amerikanischen Independentkino, verstärkt gesellschaftliche Sprecherpositionen einzubeziehen, die im US-Kino lange ungehört geblieben sind." (Zeit Online)

Aljoscha empfiehlt zwei Filme der wunderbaren argentinischen Regisseurin Lucrecia Martel
DIE FRAU OHNE KOPF Veronica, für einen Moment abgelenkt, fährt eines Tages etwas mit ihrem Auto an. Sie ist sich unsicher, ob sie ein Tier oder womöglich einen Menschen getötet hat - in verwirrtem Zustand begeht sie Fahrerflucht. Nach diesem einschneidenden Ereignis verändert sich ihr Alltag, nach und nach beginnt auch ihre Psyche immer stärker unter dem Vorfall zu leiden..

"In the past decade, there have been three great films about guilt, denial and the return of the repressed: Vera Drake, Hidden - and this is the third... A masterly, disturbing and deeply mysterious film."(Peter Bradshaw, The Guardian)
LA CIENAGA Während ihres Sommerurlaubs kommt es innerhalb einer Familie des Großbürgertums zu immer stärkeren Konflikten.

Kinodebüt der Argentinierin Lucrecia Martel, das sich beeindruckend dicht und komplex mit dem "Leben in einer erstarrten und desillusionierten Gesellschaft" (filmdienst) auseinandersetzt.

Sarah empfiehlt zwei Filme über eine besondere Nacht
PORTO: Porto, die alte portugiesische Hafenstadt mit ihrer mysteriösen, fast morbiden Atmosphäre ist der Ort, an dem Jake(Anton Yelchin)und Mati aufeinandertreffen. Beide sind fremd in der Stadt, beide sind Außenseiter, und beide sind auf der Suche. Als sie sich begegnen, ist es Anziehung, ja, Liebe auf den ersten Blick. Fremd, doch zugleich vertraut, stürzen sie sich Hals über Kopf in eine Affäre. Es ist nur eine einzige Nacht, die sie miteinander verbringen. Aber die Zeit scheint still zu stehen. Mit Blicken, Gesten und Worten schaffen sie eine geheimnisvolle und doch unauflösbare Verbindung. Die Vergangenheit lässt sich nicht zurückholen, aber die glücklichen und leidvollen Erinnerungen hinterlassen bei beiden ihre Spuren. Für immer.

"Weniger ein klassischer Film, sondern als ein Stimmungsstück funktioniert PORTO, erzählt voller Melancholie von der Vergänglichkeit der Liebe, aber auch einer Art von Kino, wie es in den 60er Jahren alltäglich war, nun aber kaum noch existiert." (programmkino.de)
BRIEF CROSSING: Auf einer Fähre lernt ein 16-jähriger Junge eine 30-jährige Frau kennen. Sie verbringen die Nacht mit Gesprächen über Beziehungen und ihre Sicht auf die Geschlechter, necken und provozieren sich und scheinen sich unaufhaltsam näher zu kommen...

Intimes, wunderbar gespieltes Zweipersonen-Stück von Catherine Breillat, das ebenso von Liebe und erotischer Neugier wie auch von Desillusionierung und Enttäuschung erzählt.

Zwei großartige Dokumentationen über die Hochzeit der Schmuddel- und Trashfilme
CINEMA PERVERSO: Die Bahnhofskinos der Bundesrepublik zeigten Filme mit hohem Schauwert und niedrigem Budget, oft in heimischer Produktion gedreht: Von der St. Pauli-Reihe zum Bademeister-Report, von psychedelischen Roadmovies à la "Ich - Ein Groupie" zu Actionreißern wie "Blutiger Freitag", von exotischen Abenteuerstreifen hin zu nicht identifizierbaren Filmobjekten wie "Die Todesgöttin des Liebescamps". Damals als Trash und cinematografische Bückware verrufen, genießen die Filme der "Krautploitation" mittlerweile Kultstatus. Die Dokumentation unternimmt eine ebenso unterhaltsame wie informative Reise in diese terra incognita der deutschen Filmgeschichte. ELECTRIC BOOGALOO: Wer in den 80er Jahren Videothekenkunde war, kennt ihre Filme. Die Cousins Menahem Golan und Yoram Globus hatten mit ihren "Eis am Stiel"-Produktionen viel Geld verdient, nun wollten sie Amerika erobern. Sie gingen nach Hollywood und machten mit ihrer Firma "Cannon Films" in schwindelerregendem Tempo Filme, hemmungslos auf das zugeschnitten, was sie für den Publikumsgeschmack hielten. Action und Sex war ihre Devise. Ihre Stars hießen Chuck Norris, Van Damme und Charles Bronson. Zahlreiche Interviewpartner erzählen über die Cousins mit der großen Liebe zum Kino, aber ohne Geschmack - ein Feuerwerk von Anekdoten und Filmclips!
Tilman empfiehlt zwei Filme mit Mos Def...word!
ABGEDREHT(BE KIND REWIND): Während der Besitzer seine Videothek für ein paar Tage in der Hand seiner Aushilfe lässt, löscht dessen trotteliger Kumpel durch ein bizarres Missgeschick alle Kassetten-Bänder. Um die Kundschaft weiter bedienen zu können, drehen die beiden mit schlechtester Ausrüstung, aber jeder Menge Trash-Charme eigene Versionen der gefragtesten Filme nach. Diese sind so "gut", dass die Nachfrage stetig steigt - doch die Rückkehr des Chefs lauert, und außerdem sind an dem Haus unbezahlbare Sanierungsmaßnahmen fällig...Ideenreiche und von der Grundidee herrliche Film-im-Film-Komödie von Michel Gondry, der dramaturgisch gegen Ende etwas die Luft ausgeht.
MONSTER'S BALL: Ein rassistischer Gefängniswärter verliebt sich in die Frau des zuletzt von ihm hingerichteten Gefangenen - einer Schwarzen. Eindringlich gespieltes Drama. Wettbewerb Berlinale 2002. Oscar für Halle Berry.
Leonard empfiehlt seine neuen Queer-Cinema-Entdeckungen
120 BPM: Paris, Anfang der 90er. Seit fast zehn Jahren wütet Aids in Frankreich, doch noch immer wird das Thema in weiten Teilen der Gesellschaft totgeschwiegen. Die Regierung Mitterand kümmert sich nicht um sexuelle Aufklärung und die Pharma-Lobby verschleppt die Entwicklung neuer Medikamente. ACT UP, eine Aktivistengruppe von Betroffenen, will auf die Missstände aufmerksam machen. Sie schmeißt kunstblutgefüllte Wasserbomben auf die Wände von Forschungslaboren und kapert bewaffnet mit Informationsbroschüren die Klassenräume der Stadt. Wie weit die Aktionen gehen dürfen, wird bei den wöchentlichen Treffen kontrovers diskutiert. Als der 26-jährige Nathan (Arnaud Valois), der selbst HIV-negativ ist, zu ACT UP stößt, zieht ihn die Entschlossenheit der Gemeinschaft sofort in ihren Bann. Und er verliebt sich in Sean (Nahuel Pérez Biscayart), den Mutigsten und Radikalsten der Gruppe. Zusammen kämpfen sie für eine Stimme der HIV-Positiven, selbst dann noch, als bei Sean die Krankheit schon längst ausgebrochen ist...

"Dieser Film ist wie ein Nachtclub: eine Utopie, eine Zelle, eine Maschine, die zu Emotionen fähig ist, wie elektronische Musik. Zwischen seinen gläsernen Mauern flackert eine ganze Epoche wieder auf, mit ihren Geschichten, ihren Leben, der Melodie der stetigen Fantasie ausgeliefert. Ein Nachtclub, wo der DJ des Geists der Freiheit auflegt." (La Libération)
CLOSET MONSTER: Oscar ist jung, kreativ, verliebt in seine von Fantasy Filmen geprägte Kunst und hat ein riesiges Problem: er lebt im tiefsten Provinzloch Neufundlands allein mit seinem kauzigen Vater. Ab und an schminkt er seine beste Freundin Gemma und versucht, ein traumatisches Erlebnis aus seiner Kindheit zu bewältigen, das ihn stets daran erinnert, dass es in dieser Stadt gefährlich sein kann, offen schwul zu leben. Nebenbei jobbt er in einem Baumarkt, wo er den rebellischen und verwegen attraktiven Wilder kennenlernt, der lieber Joints raucht, als Schrauben zu sortieren.

"Das Coming-out eines schwulen Teenagers wurde im Kino schon häufig erzählt, doch selten so einfallsreich und bezaubernd wie im Regiedebüt des Kanadiers Stephen Dunn." (epd-film)

Sven empfiehlt zwei Filme des schwedischen Dokumentarfilmers Göran Olsson
CONCERNING VIOLENCE: Der packende Dokumentarfilm verbindet Textfragmente aus Frantz Fanons berühmter Streitschrift "Die Verdammten dieser Erde" mit wiederentdecktem Archivmaterial über die afrikanischen Unabhängigkeitsbewegungen der 60er und 70er Jahre. In kunstvollen Überblendungen beschäftigen sich Fanons Texte dabei mit der Frage des Gesamtkonflikts, dessen Ursprung er in Europas Kolonialbestrebungen sieht. Mit ihrer Stimme erweckt die Musikerin Lauryn Hill die polarisierenden Textauszüge zum Leben. "A tough and cerebral but finally illuminating documentary about the decolonization of Africa." (Boyd van Hoeij, The Hollywood Reporter)
THE BLACK POWER MIXTAPE 1967-1975: Interviews mit jungen Stimmen der Black Power Bewegung (u.a. Erykah Badu) und neue Musik von Questlove (The Roots) verbinden sich mit außergewöhnlichem Original-Filmmaterial schwedischer Filmcrews zu einer mitreißenden Chronik über die bis heute einflussreichste Bürgerrechts-Bewegung der westlichen Welt.

"Aller Raum gehört den größtenteils schwarzweißen Originalaufnahmen, die so der Historisierung entzogen werden: Kein Abgleich nimmt ihnen die Wucht, sie sind absolute Zeitdokumente." (Hannah Pilarczyk, Spiegel Online)

Das filmische Diptychon von Joshua Oppenheimer zum vergessenen Genozid in Indonesien
THE ACT OF KILLING: Nach dem Militärputsch in Indonesien Mitte der 60er Jahre erklärte General Suharto alle Kommunisten zu Verbrechern. Unzählige staatlich sanktionierte Todestrupps zogen los und folterten, ersäuften und verbrannten jeden, der im Verdacht stand, Mitglied oder Sympathisant der KPI zu sein; bis zu einer Million Menschen wurden so ermordet. Noch immer sehen sich diese Männer als Helden, und so folgen sie der Idee von Regisseur Oppenheimer, ihr blutiges Handwerk detailliert nachzuspielen, gern. Straffrei seit 50 Jahren, schlüpfen sie in Fantasieuniformen oder schillernde Gangster-Anzüge und erzählen von der guten alten Zeit. Über ihre Kommentare der Inszenierung, den improvisierten Rollentausch beim Tötungsakt oder die familiäre Konfrontation entsteht ein ebenso faszinierendes wie zutiefst verstörendes Porträt der Banalität des Bösen. THE LOOK OF SILENCE: Der Film führt Regisseur Joshua Oppenheimer zurück nach Indonesien. Hier hatte er bereits mit seiner Dokumentation "The Act of Killing" die verheerenden Massaker der Militärdiktatur an vermeintlichen Kommunisten in den 60er jahren beleuchtet und dabei die Täter in den Vordergrund gestellt: Nun wendet sich Oppenheimer der anderen Seite des Genozids zu, den Familien der Opfer. Sie wohnen noch immer Tür an Tür mit den Tätern, die damals ihre Angehörigen töteten und die sie mitunter auch heute noch drangsalieren.

"The Act of Killing ist für uns einer der besten 100 Filme aller Zeiten - und die Fortsetzung 'The Look of Silence' steht dem Vorgänger in nichts nach." (filmstarts.de)

Das besondere Double-Feature: Die Unsterblichkeit der Mode
TRÄUME NICHT SIBYLLE, anlässlich des Todes von Sibylle Boden-Gerstner, Mitbegründerin und Namensgeberin der DDR Mode- und Kulturzeitschrift "Sibylle". Modefotografie in der DDR - das hieß fast immer "Sibylle"-Fotografie: Wie keine zweite Zeitschrift hat die "Sibylle" die Sicht auf Mode in der DDR und - weit darüber hinausgehend - auf Lebensweise und Kultur geprägt. Denn Mode war weit mehr als nur Bekleidung. Die "Sibylle" war außergewöhnlich und sehr begehrt. Die Dokumentation fragt nach der politischen Dimension dieser Zeitschrift und stellt die einstigen Macherinnen in einem persönlichen Portrait vor. Sie lassen uns teilhaben an ihrer Zeit bei der "Sibylle" - vor und nach der Wende. Dabei wird auch einiges an DDR-typischem Konfliktstoff berührt. Es war die leidenschaftliche Zeit des DDR-Kulturkampfes - Neue Ästhetiken versus Funktionäre...

A SINGLE MAN, Debüt des Modedesigners Tom Ford, dessen Nachfolger "Nocturnal Animals" gerade in den Kinos läuft: Fords cineastisches Erstlingswerk spielt in den 1960er Jahren und ist eine Hommage an die Mode der Zeit. Ein Literaturprofessor versucht nach dem Tod seines Lebenspartners wieder ins Leben zurückzufinden - doch seine traurige Vergangenheit scheint übermächtig...

So formal brillanter wie emotional berührender, von den Protagonisten Colin Firth und Julianne Moore wunderbar interpretierter Film um Isolation und Verlust. Nach dem Roman von Christopher Isherwood.

Elsa empfiehlt zwei Filme mit SANDRA HÜLLER (bekannt durch Toni Erdmann)
REQUIEM: Anfang der 1970er Jahre: Die junge Michaela Klingler (Sandra Hüller) verlässt ihr streng katholisches Elternhaus, um ein Studium zu beginnen. Glücklich genießt sie die ersten Schritte in der neuen Freiheit. Doch Michaela wird von ihrer Vergangenheit eingeholt: Sie hat immer öfter mit Wahnvorstellungen zu kämpfen, hört Stimmen und glaubt, von Dämonen besessen zu sein. Schließlich begibt sich Michaela in die Obhut eines jungen Priesters und stimmt einem Exorzismus zu...

Äußerst intensives Drama völlig fernab gängiger Horror-Klischees.
ÜBER UNS DAS ALL: Eine glücklich verheiratete Frau in den Dreißigern (Sandra Hüller) erfährt wie aus dem Nichts vom Selbstmord ihres Mannes. Unfähig, das Unfassbare mit all seinen Konsequenzen zu begreifen, stürzt sie sich in eine neue Beziehung - und führt ihr Leben fort, als ob nichts gewesen sei.

Eindrucksvolles deutsches Drama um das noch immer mit Tabus belegte Thema Suizid und die Folgen für die Zurückbleibenden. "Ein grandioser, minimalistisch-konzentrierter Wurf mit großem Potenzial für Kontroversen." (filmdienst)

Zwei spannende Dokumentarfilme zum Kino der Weimarer Republik und der NS-Zeit
"VON CALIGARI ZU HITLER: DAS DEUTSCHE KINO IM ZEITALTER DER MASSEN" Die Dokumentation erzählt die Epoche des deutschen Kinos "im Zeitalter der Massen" zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit und ergänzt dies mit Ausblicken auf das politische und gesellschaftliche Geschehen der 1920er-Jahre. Sie waren nicht nur die bis heute wichtigste Zeit des deutschen Kinos, sondern eine der wunderbarsten Epochen des Kinos überhaupt. Der Film enthält neben den Klassikern von "Nosferatu" bis "Der blaue Engel" auch viel Unbekanntes, nie Gezeigtes, völlig Vergessenes. Eine Reise in die beste Zeit des deutschen Kinos – und in die Abgründe des Unbewussten der Weimarer Republik.

VERBOTENE FILME - DAS VERDRÄNGTE ERBE DES NAZI-KINOS" Zwischen 1933 und 1945 wurden in Deutschland 1200 Spielfilme hergestellt, 300 Filme wurden nach dem Krieg von den Alliierten verboten. Über 40 NS-Filme sind bis heute nur unter Auflagen zugänglich, sie werden als "Vorbehaltsfilme" bezeichnet. Der Umgang mit ihnen ist schwierig: Bewahren oder entsorgen, freigeben oder verbieten? Die Dokumentation macht sich auf die Suche nach dem Mythos dieser Filme, ihrem Publikum und ihrer Wirkung heute – eine Reise zur dunklen Seite des Kinos. Regisseur Felix Moeller zeigt, wie die "Vorbehaltsfilme" auf ein heutiges Publikum treffen und wie sie diskutiert werden.
Till empfiehlt zwei absolute Lieblingsfilme
Der 20-jährige Scott Pilgrim (Michael Cera) hat keinen Job, aber dafür hat er Charme und eine Band namens Sex Bob-Omb. Und, was noch viel wichtiger ist: gerade hat er die Frau seiner Träume getroffen! Allerdings stehen zwischen ihr und ihm sieben Ex-Freunde, die er bekämpfen muss...

Schräge Komödie von Edgar Wright ("Hot Fuzz") nach einer Comic-Reihe.
Im normalen Leben ist Frank ein unter Depressionen und Neurosen leidender Schnellimbiss-Koch. Als seine Frau unter den Einfluss eines fiesen Kleinverbrechers gerät und Frank verlässt, verschwindet auch das letzte Regulativ aus dem Leben des Verlierers. Fortan zwängt er sich allabendlich in ein mühselig zusammengeflicktes Kostüm - nicht um Gutes zu tun und zu den Gewinnern zu gehören, sondern um endlich mal auf die Kacke zu hauen: Als Superheld "Der Blutrote Blitz"! Sidekick "Blitzie", eine nymphomane Comic-Verkäuferin, leistet ihm dabei Gesellschaft...

Schwarzhumorige und teils recht drastische, in ihrer Haltung nicht immer einheitlich wirkende Superhelden(film)-Parodie, die etwas im Schatten des gleichzeitig gedrehten und wesentlich erfolgreicher gelaufenen "Kick-Ass" steht.

Cindy empfiehlt zum Thema ZEITSCHLEIFE
REMAINDER Wie die unendliche Schleife eines Möbiusbands beginnt und endet der Film im selben Moment. Darin liegt der Ausschnitt eines Lebens: Nachdem er sein Gedächtnis bei einem schweren Unfall verloren hat, versucht ein junger Mann, sich selbst zu verstehen, indem er in seine bruchstückhafte Erinnerung eintaucht. Die achteinhalb Millionen Pfund Schadensersatz, die er unter der Maßgabe des Stillschweigens erhalten hat, ermöglichen es ihm, sich immer obsessiver eine Welt und eine Identität zusammenzubauen, in der sich die mögliche Vergangenheit in der Gegenwart realisiert. "Dem israelischen Videokünstler Omer Fast ist mit dem Thriller ein famoses Kinodebüt gelungen. Ein Film über Wahn und Wirklichkeit in der vernetzten Gegenwart." (Süddeutsche Zeitung)
TRIANGLE Als einige Teens bei ihrem Segeltörn von einem Sturm überrascht werden, können sie sich auf einen auf dem Meer treibenden Dampfer retten. Dort geht jedoch Merkwürdiges vor sich...

Spannender und atmosphärischer Horror von Christopher Smith ("Severance"), der als düstere Allegorie ganz hervorragend funktioniert.

Josefa empfiehlt passend zum Kulturjahr Sucht
EDEN - LOST IN MUSIC: In den frühen Neunzigern ist der junge DJ Paul hautnah dabei, als das French House mit DJ-Gruppen wie Daft Punk und Cheers seinen Siegeszug feiert. Er lebt seinen Traum und verliert sich dabei immer mehr in den Tiefen dieser Parallelwelt, in einem flüchtigen Nachtleben bestehend aus Sex, Drogen und immerwährenden Beats - ein aufregendes und ekstatisches Generationsportrait, aber auch ein Film über die Verwirklichung von Träumen und deren Scheitern.

Der vierte Film der 34-jährigen Regisseurin Mia Hansen-Løve erzählt die autobiographische Geschichte ihres Bruders. Die distanzierte Erzählweise und die elliptischen Sprünge der Handlung vermitteln dabei sehr gut die kühle und gleichzeitig unglaublich tanzbare Stimmung der neuartigen Klänge jener Zeit.
REQUIEM FOR A DREAM: Harry ist ein kleiner Dealer in Brooklyn. Er und sein Freund Tyrone strecken Heroin und sind auf dem Weg nach Florida, um es dort an den Mann zu bringen. Harrys Freundin Marion (Jennifer Connelly) bleibt in New York. Sie ist schön, aus gutem Haus - und ebenfalls hoffnungslos süchtig. Mit dem Dealer Big Tim tauscht sie Sex gegen Dope. Harrys Mutter hingegen scheint einen Treffer gelandet zu haben: Sie ist als Kandidatin für ihre Lieblings-TV-Show eingeladen. Bis zu ihrem Auftritt möchte sie mit Hilfe von Appetitzüglern abnehmen. Doch durch ihren Pillenkonsum verliert sie völlig den Kontakt zur Realität...
Konsequentes, schwer erträgliches Sozialdrama um die zerstörerische Kraft der Sucht.